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Beiträge von Francesc Hervada-Sala.

Systemische Mängel: Journalismus

Geschrieben am 22.03.2018 #

Würden wir noch immer bei Firma XY einkaufen, wenn wir wüssten, wie schlecht dort die Angestellten behandelt werden? Würden wir weiterhin die Partei XY wählen, wenn wir wüssten, welche Unterdrückung ihre Gesetze und Handlungen verursachen? Würden wir weiter ruhigen Gewissens in der Gesellschaft integriert bleiben, wenn wir wüssten, wie viel Schaden unsere Strukturen den Mitmenschen und der Umwelt zufügen? Ich glaube nein. Die meisten von uns sind ahnungslose Mitläufer, die sich über die Folgen ihres Tuns und Lassens völlig im Unklaren sind.

Das führt uns zu Mängeln in unserem Informationssystem. Beschränken wir uns erst einmal auf den Journalismus. Er erfüllt seine Funktion nicht, ein treues Bild der Lage zu vermitteln. Die Informationen, die man verbreitet, sind zu unvollständig, voreingenommen und unstrukturiert. Die Auswahl der Nachrichten ist zu sehr auf das Tagesgeschehen fokussiert, Hintergründe und Tendenzen werden unzureichend thematisiert. Vor allem aber fehlt an Zusammenfassung und an Auswahlmöglichkeit. Aktuelle Mitteln für die Zusamenfassung wie Überschrift und erster Absatz der Nachricht werden zum Zwecke der Werbung missbraucht. Es fehlt völlig an einem enzyklopädischen Ansatz: an einer Stelle, in der man knappe Auskunft über alles unter Beibehaltung der relativen Größe vorfindet. Sehr dringend ist auch der Bedarf daran, die Auswahlmöglichkeiten auszubauen. Der Nutzer soll sich die Zeitung und die Radiosendung nach den eigenen Fragestellungen zusammensetzen lassen können.

Heute überwiegen die lauten Nachrichten-Geber, die Aufmerksamkeit erhaschen wollen und nur Ablenkung verursachen. Überhand sollte aber die stille, konzentrierte Aufmerksamkeit der Information-Suchenden haben.

Was nun?

Geschrieben am 12.03.2018 #

Denken tut man allein. In einer lauten, überfüllten Welt, in der es keine Ruhe und kein Alleinsein gibt, gibt es auch kein Denken. So habe ich das mal ausgedrückt, und so sehe ich es auch noch heute. Die Frage ist aber: Was nun? Wie kommen wir aus dem Strudel heraus? Der einzige Ansatz, den ich kenne und mir erfolgsversprechend erscheint, ist, den langen Marsch durch die Institutionen — mit den wissenschaftlichen beginnend — zu begehen. Von außen her gesehen könnte die Reise aus den folgenden Schritten bestehen. Man entwickelt Softwaresysteme, die das Unix-Prinzip auf die aktuellen Softwareanwendungen übertragen. Man führt diese Softwaresysteme bis zum Mainstream. Mehr und mehr Leute schalten somit den Kopf im Umgang mit Computern ein und fangen allmählich an, das Gelernte zu verallgemeinern. Irgendwann wird man sich nicht mit der Praxis begnügen, sondern den wissenschaftlichen Unterbau angehen. Man wird die Wissenschaft auf dem Prinzip der Vernunft neugründen. Auf diesem festen Fuß wird man die politischen, ökonomischen, rechtlichen, alle gesellschaftlichen Systeme neu aufbauen, und zwar so, dass überall die Vernunft walten und jeder sich reibungslos im Geistigen wie im Gesellschaftlichen und im Praktischen frei bewegen wird. Auf dieser Weise äußerlich betrachtet ist dieser lange Marsch eine imposante Erscheinung, der man vielleicht wenig Erfolgschancen beizumessen geneigt ist. Man kann die Reise aber auch von ihrer inneren Logik her betrachten, nämlich als den Fortschritt der Vertextung. Die Menschheit begeht diesen Weg unbewusst seit den Anfängen. Was mit der mündlichen Sprache anfing, über die Schriftlichkeit bis zur modernen Wissenchaft führte, ist der Einsatz des Textes als das symbolische Gebilde, das alle Menschen teilen. Dieser Weg wartet nicht auf das menschliche Bewusstsein, um gegangen zu werden. Er ist unumgänglich mit der menschlichen Lebensform verbunden. Es kann länger oder kürzer dauern, aber wir werden immer darin fortschreiten, so lange es Menschen gibt. Was von unseren Taten durchaus abhängt ist jedoch, ob wir 50, 500 oder 5000 Jahre werden warten müssen, bis die Lage akzeptabel ist, und bis dahin wie viele einzelne Menschen wie viel Schmerz, Ungerechtigkeit und Unterdrückung werden erlitten haben.

Der Mythos der Produktivität

Geschrieben am 18.01.2018 #

Dann gibt es noch den beliebten Mythos, dass die „intuitiven” graphischen Bedienoberflächen „produktiv” seien. Es gibt nichts verkehrteres als das. Dass die Textverarbeitungsprogramme die Darstellung vom Inhalt nicht trennen, ist nicht intuitiv, sondern unproduktiv, denn man verbringt Unmengen an Zeit damit, die Sachen immer wieder umzuformatieren. Dass man einen Tag mit der Maus über einen Kalender auswählen muss, anstatt einfach ein paar Zahlen zu tippen, ist nicht intuitiv, sondern unnötigerweise umständlich, wenn das Datum beispielsweise ein paar Monate zurück liegt. Dass die Fenster überall auf der Bildfläche herumfliegen ist nicht intuitiv, sondern unter jedem Gesichtspunkt verwerflich: Das Erscheinungsbild ist unharmonisch und der Nutzer dauernd damit beschäftigt, die Fenster umzupositionieren. Will man eine bestimmte Aktion dreimal machen, so muss man stupiderweise bestimmte Bewegungen dreimal vollziehen. Will man eine Aktion dreißig Mal machen — na dann, viel Spaß! Schaut man einen Nutzer von diesen Systemen bei der Arbeit, stellt man fest, dass er mehr Zeit mit der Bedienung des Systems als mit der inhaltlichen Arbeit verbringt und ständig mit unnötigen Problemen zu kämpfen hat. Doch der Mythos lebt weiter — Nutzer und Entwickler freuen sich alle auf das kommende, noch intuitiver, noch analogischer, noch umständlicher und unfähiger System.

Der Mythos der Intuition

Geschrieben am 17.01.2018 #

Es wird wohl kaum in der Informatik einen Mythos geben, der so viel Schaden angerichtet hat, wie der Mythos, dass eine graphische Bedienoberfläche, die auf Fenster, Symbole, Menüs und Maus basiert, „intuitiv” sei. Dieses Modell ist sehr beschränkt und überhaupt nicht skalierbar. Man kann zwar für bestimmte Zusammenhänge eine relativ naheliegende Anordnung, die man spontan erfassen kann, erreichen. Doch dadurch, dass diesen Bedienoberflächen jegliches Sprachbewusstsein fehlt, sind sie der Strukturierung völlig unfähig. Beim Lobpreisen einer vermeintlich „intuitiven” Bedienung übersieht man, dass der Mensch nicht nur über eine räumlich-physikalische, sondern auch über eine sprachlich-logische Intuition verfügt. Es ist für jeden völlig intuitiv, dass man Sachverhalte und Aktionen benennen, d.h. mittels Sprache bezeichnen und mit ihnen durch den Einsatz von Ausdrücken hantieren kann. Alle digitalen Artefakte sollten durch Sprache — ob mündlich oder schriftlich — gesteuert werden können. Es gäbe nichts intuitiveres für den Menschen, der nicht zufällig als „das sprachbegabte Wesen” definiert worden ist, als die Möglichkeit zu haben, sprachlich mit dem Computer zu interagieren. Die Fokussierung auf das Physikalische und das damit einhergehende analogische Denken und die Verdrängung des Sprachlichen und des damit einhergenenden logischen Denkens ist eine zwecklose, völlig kontraproduktive Selbstverstümmelung der Menschheit.

Lichtblick: Sprachsteuerung

Geschrieben am 09.01.2018 #

Ein Lichtblick in der aktuellen Computerlandschaft stellt die Sprachsteuerung dar, die allmählich in Smartphones und andere Geräte Einzug hält. Die Spracherkennung ist zwar noch mangelhaft, aber doch produktiv einsatzfähig. Sie kann jetzt schon sehr nützlich etwa fürs Diktieren von Notizen und Nachrichten sein. Der größte Haken hier ist, dass zwar die Eingabe, aber nicht die nachträgliche Bearbeitung durch die Stimme gesteuert werden kann. Das hat zur Folge, dass fast immer eine diktierte Nachricht mit der Tastatur nachbearbeitet werden muss.

Das Gute an der Sprachsteuerung ist, dass damit die aus dem Mainstream verschwundene gute alte Befehlszeile in neuem Gewand wieder erscheint. Dass die Sprachdarstellung nicht in Buchstaben, sondern in Lauten erfolgt, ist hier nebensächlich. Die Hauptsache ist, dass es hier um Sprache geht und diese als universelle Schnittstelle eingesetzt wird. Denn anders als die graphische Bedienoberfläche, in der man jede Funktion an einem anderen Ort hat, bietet die sprachliche Steuerung einheitlichen Zugang zur ganzen Funktionalität und befähigt den Nutzer, verschiedene Funktionen in neuen Kombinationen zu integrieren.

Der Sprachsteuerung haftet aber leider der Mythos der natürlichen Sprache an. Man besteht für mich unverständlicherweise darauf, dass der Nutzer gewöhnliche Sprache nutze, was die Erkennung durch den Computer unnötigerweise verkompliziert und imperfekter, ja sogar unmöglich macht. Dabei wäre für den Nutzer so einfach, die sprachlichen Äußerungen so zu gestalten, dass sie leicht verarbeitet werden könnten. Jeder Mensch ist in der Lage, die eigene Sprache zu modifizieren, das tun wir unbewusst jeden Tag. Ich bin ferner davon überzeugt, dass Anpassungen an den sprachlichen Äußerungen den meisten Menschen einfacher fallen würden, als beispielsweise das Erlernen der motorischen Aktionen, die nötig sind, um eine Maus zu bedienen. Die sprachliche Fähigkeit des Menschen ist enorm mächtig und wandlungsfähig. Dies könnten wir bewusst einsetzen, um mit einfachen, jedem Menschen zur Verfügung stehenden Mitteln eine perfekte Kommunikation mit dem Computer zu erreichen.

Software: Das Neue wagen

Geschrieben am 05.01.2018 #

Die Softwarelandschaft schreitet nicht in die richtige Richtung fort. Vor Jahrzehnten schon hat man den mainstream Betriebssystemen Windows und Apple vorgeworfen, ein Gefängnis für den Nutzer zu etablieren. Nicht nur wurde dies nicht gebessert, sondern inzwischen haben wir das Web, das zu einem dritten, teilweise noch schlimmeren Gefängnis geworden ist. Eine Alternative ist nicht in Sicht. Das Grundproblem wird von den meisten nicht wahrgenommen und die, die es erkennen, ziehen sich entweder in die Untätigkeit oder in das gute alte Unix zurück. Doch ein Rückzug zum Alten ist keine zukunftsträchtige Lösung. Die Erneuerung der Softwarelandschaft ist eine unumgängliche Aufgabe für das Wohl der künftigen Generationen. Wir müssen unbedingt Bewusstsein für die aktuellen Mängel schaffen, Lösungen anvisieren und uns an die Arbeit machen, sie umzusetzen. Wir müssen unbedingt das Neue und Bessere wagen.

Anwendungsgefängnis

Geschrieben am 30.12.2017 #

Es ist extrem kopflos, aber wir haben uns daran gewöhnt: Daten und Funktionen sind an Anwendungen gebunden. Warum muss ich auf dem Handy eine App von der ARD installieren, wenn ich unterwegs öffentlich-rechtliches Radio hören will? Die Programmierer dieser App verschwenden ihre Zeit dadurch, dass sie noch eine Bedienoberfläche zur Auswahl von Radiosendern entwickeln müssen, und zwar nicht deshalb, weil sie eine bessere Bedienoberfläche anstreben, sondern nur deshalb, weil die Sender, um die es geht, bestimmte Sender sind. Ich verschwende meine Zeit dadurch, dass ich mich mit noch einer Bedienoberfläche vertraut machen muss, und dadurch, dass ich umständlich zwischen verschiedenen Apps für Radiosender wechseln muss, je nach dem, was ich hören will. Außerdem verliere ich die Möglichkeit, Listen von Sendern aus verschiedenen Bereichen zu erstellen. Dabei könnte es so einfach sein. Logisch gesehen gibt es drei Begriffe: Radiosender, Sendetechniken und Sendeadressen (URI). Es ist leider üblich aber völlig falsch, diese drei Begriffe in den Anwendungen propietär zu behandeln. Es sollte so sein, dass die Liste von Radiosendern mit Angabe der jeweiligen Sendetechnik und -adresse in jedem Gerät auf Ebene des Betriebssystems verankert ist. Der Nutzer sollte diese zentrale Liste ergänzen können, dadurch dass er beispielsweise Daten aus dem Internet zieht. Er sollte auch Treiber für einzelne Sendetechniken laden können. Und er sollte auch Anwendungen nutzen können, die eine Bedienoberfläche für eben diese Liste bereitstellen und die er für das Radiohören benutzen würde. Vergleiche den Nutzen für den Hörer: er könnte sich die für ihn beste Anwendung aussuchen und mit dieser einzigen Anwendung alle Radiosender hören. Er könnte die Liste von Sendern selbst bearbeiten und zum Beispiel nach eigenen Kriterien gruppieren und mit Notizen versehen. Vergleiche den Nutzen für den Anwendungsentwickler: Er könnte eine Anwendung für ein bestimmtes Nutzerprofil erstellen, die auf Anhieb für alle Radiosender überhaupt gelten würde. Er hätte es nicht nötig, immer wieder dieselbe Funktionen zu programmieren — etwa zum Hinzufügen, Bearbeiten und Löschen von Listeneinträgen —, sondern könnte sich auf das konzentrieren, was es noch nicht gibt und seinen eigentlichen Beitrag darstellt.

Ferner aber, es ist selbstverständlich und trotzdem offensichtlich in der Informatik unbekannt, dass eine Liste der Radiosender nichts anderes ist als eine Liste, d.h. ein Text. Sicherlich haben die einzelnen Elemente dieser Liste, die Radiosender, eine Besonderheit, nämlich, dass sie abgespielt werden können. Doch abgesehen davon sind sie nichts anderes als das, Elemente einer Liste. Diese selbstverständliche Abstraktion müsste auch so in der Software implementiert werden. In jedem Gerät sollte man eine Liste von allem haben, was das Gerät kennt. Der Nutzer sollte diese Liste selbst pflegen, d.h. alles nach eigenen Kriterien kategorisieren oder gruppieren können. Der Nutzer würde etwa eine Liste von Ressourcen anlegen, die mit politischen Nachrichten zu tun haben; diese würde genauso Radiosender wie auch Zeitungen und Videos enthalten. Er würde vielleicht eine separate Liste für wissenschaftliche Themen pflegen, die auch vielleicht Radiosender und Zeitschriften enthalten würde.

Vergleiche man diese selbstverständliche Möglichkeit mit der abstrusen Realität der aktuellen Software, in der es nur Listen von dies und jenes gibt, aber man den Schritt noch nicht vollzogen hat, den die Kultur vor guten 5000 Jahren machte, als sie den Begriff der „Liste” abgesehen vom Inhalt schuff.

Katalonien, Oktober 2017

Geschrieben am 16.11.2017 #

Zwischen Ende September und Anfang November hat Katalonien einen dieser seltenen Augenblicke erlebt, in denen man die Pulsschläge der sicht verdichtenden Geschichte wahrnimmt. Als jemand, der seit jeher für einen eigenen Staat für Katalonien ist, war diese Zeit für mich ein Wechselbad der Gefühle. Ich möchte hier nur zwei davon herausstellen. Zum einen die Freude daran, das gestiegene Selbstbewusstsein des eigenen Volkes, das jetzt entschieden Selbstständigkeit anstrebt, festzustellen. Zum anderen der Schrecken, zu beobachten, dass der spanische Staat die katalanische Forderung gar nicht politisch angehen, sondern nur mit Repression niedermetzeln will und weder vor der Gewalt gegen die Zivilbevölkerung noch vor dem Verlust der Demokratie zurückschreckt. Besonders hat mich die Reaktion in Europa und speziell in Deutschland enttäuscht, dem Land, in dem ich schon so lange und so gern gewohnt habe. Von den etablierten Parteien und der größeren Öffentlichkeit kam nur ein Schulterschluß mit der spanischen Regierung. Dass eben diese Regierung europäische Grundwerte verletzt hat, hat in der Öffentlichkeit genauso wenig eine Rolle gespielt, wie die Bestimmung des katalanischen Volkes, das sich nicht mehr unterjochen und seine Identität frei ausleben will. In welchem Land wohnen wir eigentlich, wenn man dem Willen eines Volkes kein Gehör schenkt und das Recht der Völker auf Selbstbestimmung missachtet?

Wikipedia als Problem

Geschrieben am 16.11.2017 #

Was mir an Wikipedia nicht gefällt ist, dass sie die Vielfalt kaputt gemacht hat. Sie ist gut, verdammt gut, reichhaltig und sehr gut strukturiert. Außerdem, mehrsprachig. Ich freue mich oft auf ihre Artikel und habe nichts dagegen, dass es sie gibt. Aber: ich bin gegen sie, weil sie Enzyklopädien in aller Welt, von der Britannica zum Brockhaus, zerstört und ihre Weiterentwicklung gerade in Zeiten der Digitalisierung gekappt hat. Die Landschaft aus mehreren, unabhängigen, sehr professionalisierten Verlagen ist vernichtet worden. Früher war der Wettbewerb sichtbar, man könnte sich mehrere Enzyklopädien beschaffen und die Informationen vergleichen. Heute ist der Wettbewerb unsichtbar, weil die Diskussionen, Machtkämpfe, Ideologische Auseinandersetzungen etc., die innerhalb der Wikipedia stattfinden, von der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Die Meinung, man könne die Wirklichkeit objektiv, perspektivlos erklären, kann man nur aus extremem Unwissen oder aber aus unlauteren Gründen vertreten. Deshalb darf es nicht die eine Stelle geben, die alles erklärt, sondern soll jedes Thema aus vielen Perspektiven beleuchtet werden. Wichtig ist hier, dass die Perspektive jeweils auch zur Sprache kommt. Der Ansatz der Wikipedia ist dem jedoch entgegengesetzt. Sie bietet zu jedem Thema nur eine Erklärung an und lässt den Leser über die angenommene Perspektive völlig im Dunkeln. Das Schlimme ist die Gefräßigkeit, mit der dieses Angebot die bisher existierenden Angebote und damit die Vielfalt vernichtet hat. Unterm Strich halte ich das Phänomen Wikipedia für einen gravierenden, besorgniserregenden kulturellen Verlust.

Ideen

Geschrieben am 14.07.2017 #

Ideen sind der Stoff unseres Erlebens. Sie gestalten unser Wahrnehmen und Empfinden, aber auch unser Vorhaben und Tun. Ideen richten sich stärker oder weniger stark auf Ideale, d. h. Idealvorstellungen wie das Schöne, das Gute und das Wahre. Doch Ideale werden nicht erreicht und werden nicht von allen Ort- und Zeitgenossen, geschweige denn von allen Menschen, geteilt. Ideale sind nicht etwas ein für allemal Vorgegebenes, sondern werden mit den Ideen mitentwickelt und gehören so wie die einzelnen Ideen auch zur ideenmäßigen Tätigkeit des Menschen. Ideen haben nur einzelne Menschen, diese bringen sie jedoch nicht in der Vereinzelung vor, sondern ausgehend von einem Erbe, in Dialog mit gegenwärtigen Menschen und Umständen, und mit der Aussicht von sich abzeichnenden, erwünschten oder befürchteten künftigen Möglichkeiten.

Jahr 0

Geschrieben am 17.01.2017 #

Ist es noch zeitgemäß, dass die weltweit einheitliche Zeitrechnung die christliche ist? Eher nicht. Eine zusammengewachsene Welt braucht eine angemessene Zeitrechnung, die von allen getragen werden kann. Eine bestimmte Weltreligion hervorzuheben, scheint mir eine imperialistische Überreste zu sein. Mein Vorschlag: Die altgriechische Zeitrechnung wiederherzustellen, d.h. das Jahr 0 auf das Jahr der ersten Olympiade zu setzen. Nicht nur hat diese Zeitrechnung historisch solide Wurzeln, weil damit eine Zivilisation rechnete, die man als Vorläufer der aktuellen globalen Welt gut erkennen kann, sondern ist sie auch für die gegenwart passend, denn olympische Spiele gibt es noch immer und sind ein weltumspannendes, weltvereinheitlichendes Event. Also: wir leben gerade im Jahr 2793 der Globalen Zeitrechnung.

Anfang 2017

Geschrieben am 09.01.2017 #

Will mich jetzt von Altlasten befreien und verlege die bisherigen Blogeinträge in eine separate Archivseite, so wie vor 2, vor 5 und auch vor 7 Jahren schon getan.

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Letzte Änderung am 22.03.2018

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