Blogarchiv 2009

Blogeinträge, die Francesc Hervada-Sala 2009 erstellte.

Logik

Geschrieben am 18.01.10 #

Das Logische wird häufig missverstanden als „Gesetze des Denkens”. Das kommt wohl daher, dass man die Realität der ausformulierten Texte nicht wahrnimmt und für „Denken” etwas hält, das eigentlich real ist. In der Logik geht es nicht um Gedachtes, sondern um Geäußertes. Viel besser trifft ihr Wesen die Charakterisierung als „folgerichtiges Schließen”, wenn man unter Schließen nicht eine geistige Tätigkeit, sondern ausformulierte zusammenhängende Sätze versteht. Die Logik bestimmt nicht, was gedacht werden kann, sondern, was folgerichtig erscheint, wenn er in Sätzen formal ausgedruckt worden ist. Sicherlich kann man über die Logik denken, ohne sie aufzuschreiben oder mündlich wiederzugeben, man kann aber auch über die Gesetze der Physik denken, das macht sie nicht weniger physikalisch.

Im allgemeinen Sprachgebrauch hält man salopp etwas für „logisch”, wenn es selbstverständlich ist. Diese Sprechweise ist zwar ungenau, denn nicht alle Selbstverständlichkeit ist logischer Natur, ergibt sich aber natürlicherweise aus der empfundenen inneren Notwendigkeit der logischen Gesetze.

Interessant ist das Wort „Logistik”. Warum hält man das Organisatorische rund um Lagerung und Versand für eine logische Tätigkeit? Weil man darin von den realen Inhalten absieht und das Problem als generische Aufgabe über „Pakete” angeht? Tatsächlich verdeutlich das Generische in der Aufgabenstellung, dass man ausformulierte Texte gestaltet und nicht Material.

Die französische Sprache bezeichnet als „logiciel” die Software. Das ist auch eine aussagekräftige linguistische Lösung. Die Software besteht auch in ausformulierten Texten (nicht in „Gedanken”).

Unbekanntes Land

Geschrieben am 31.12.09 #

Man steht heute vor der geistigen Überlieferung wie bis zum 18. Jahrhundert vor einem fernen, unerforschten Land. Die nicht selbst da waren, haben nur ausgefallene Vorstellungen davon. Wenn man sich für ein Land interessiert, muss man unbedingt dahin selbst reisen, das heißt ein Lebensabschnitt vollständig dazu widmen. Natürlich ersetzen die geographischen Kenntnisse das Reisen nicht, aber sie bereichen die Weltanschauung ungemein. Man kennt ansatzweise fremde Landschaften und Sitten, ohne sie unmittelbar erlebt zu haben, kann sich gut orientieren und bei Interesse an etwas bestimmtes nach einem Land reisen. Genauso sollte es mit der geistigen Landschaft sein. Jeder gebildete Erwachsene sollte Grundkenntnisse haben, was andere Zeiten und andere Kulturen an Ideen hervorgebracht haben, durch solide Grundausbildung in der Schule, gute Aufklärung und zuverlässige Nachschlagewerke. Heute fehlt uns an alle drei. Ursache ist wohl, dass wir es gar nicht mitbekommen haben, dass es die Realität der Ideen gibt. Jeder erlebt zwar unmittelbar eigene Ideen, doch der Schritt zum Bewusstsein von deren Existenz haben wir noch nicht vollzogen. Die Welt der Ideen als Verflechtung von einzelnen, realen Ideen bleibt uns bislang völlig ungeahnt.

Der Text

Geschrieben am 12.12.09 #

Der Text ist das, was wir durch symbolische Reduktion erfassen. Symbolische Reduktion ergibt sich, wenn wir einen Tatbestand symbolisch erfassen. Wir sehen eine Schrift in einer uns bekannten Sprache und sind in der Lage, darin Symbole zu erkennen und registrieren die Schrift als eine symbolische Struktur, als einen Text. Eine Schrift ist selbst kein Text, wir können aber darin Texte ausmachen. Es gibt den Text der Syntax, es gibt den Text der Semantik, es können auch noch andere Texte geben. Je formaler die Sprache ist, desto ähnlicher sind der syntaktische und der semantische Text. In einem Text, der in einer künstlichen Formalsprache vorliegt, führen die syntaktische und die semantische Analyse zu ein und demselben Text. Das ist das Kennzeichen der Formalsprachen und das, was die Programmiersprachen als Sprachen, die maschinell interpretiert werden, ermöglicht.

Den Text können wir auch in der Realität ausmachen. Durch symbolische Reduktion können wir Ordnung in einem Sachverhalt symbolisch darstellen: wir erkennen, dass bestimmte Symbole vorkommen, und dass diese untereinander in bestimmten Beziehungen stehen. Auf dieser Weise können wir einen Satz hervorbringen, zum Beispiel: „Das Pferd ist gerade aufgeregt”. Unser Gesprächspartner kann sich umsehen, kann die Symbole „Pferd”, „gerade”, „aufgeregt sein” im Einzelfall anwenden und sie in Beziehung setzen: diesem Pferd trifft gerade zu, aufgeregt zu sein. Er kann dies dann zustimmen oder verneinen.

Ein Computer kann auch symbolische Reduktion durchführen, das nennt man hier „Digitalisierung” und besteht auch darin, ein Phänomen auf Text zu reduzieren, wobei hier der Text nicht geistig erfasst, sondern in elektronischer Darstellung abgespeichert wird. Die symbolische Reduktion ist also an sich keine geistige Tätigkeit, und ihre Produktion, der Text, kein geistiges Objekt, sondern ein reales, in der äußeren Welt vorkommendes Objekt.

Das Prinzip der Textorientierung

Geschrieben am 12.12.09 #

Das Prinzip der Textorientierung ist extrem einfach und sachlich, nur ist es, wie alle tief verankerten Prinzipien, extrem schwerig mitzuteilen und zu verbreiten. Man muss nur den Text hinter den Phänomenen sehen, den Text hinter dem Buch, das wir gerade lesen, den Text hinter dem Gespräch, das wir gerade führen, den Text jeweils hinter dem Straßennetz, dem World Wide Web, dem Strafgesetzbuch, dem parteipolitischen Programm, der wissenschaftlichen Theorie. Man muss nur den Text sehen, der im Hintergrund unauffällig steht, der uns so viel bewegt und in uns so viele verschiedenartige Erlebnisse verursacht: wir erleben eine Geschichte, lernen einen Menschen kennen, fahren zu einem bisher unbekannten Ort schnell und ohne Mühe, erweitern den Bekanntenkreis, und so fort. Hinter vieles, was wir erleben und tun, steht ein realer Text. Textorientierung ist, dessen gewahr zu werden und die Beschäftigung mit dem Text selbst zu thematisieren und zu pflegen, um durch Wohlordnung unsere Taten und unser Verständnis zu verbessern.

Grundlegung der Wissenschaft

Geschrieben am 11.12.09 #

Eine endgültige Grundlegung der Wissenschaft, so wie man sie seit Jahrhunderten erträumt, ist nicht möglich. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse waren bisher in der Geschichte immer vorläufig und werden es bis ans Ende aller Tage auch bleiben. Denn je überzeugt auch immer ein einzelner von etwas sein möge, er wird seine Überzeugung nicht so übertragen können und diese wird ihn nicht überleben, sondern maximal unter anderer Gestalt auftreten. Überzeugung gehört aus diesem Grunde nicht der Wissenschaft an, weil sich diese um möglichst lang währendes stabiles Wissen bemüht.

Eine Grundlegung der Wissenschaft ist möglich und nötig, nur ist diese nicht die Wurzel, die den Baum des Wissens in festem Boden integriert, sondern der Kiel, der dem Schiff des Wissens Stabilität gibt. Der Kiel ist außerdem kein Zusatz, den man einem bereits vorhandenen Schiffsrumpf dazu setzt, sondern das eine Ende des ganzen Rumpfs, des wissenschaftlichen Korpus. Wir werden nicht die Fundamente der Wissenschaft einmal erfinden und zu den aktuellen Einzelwissenschaften hinzufügen, sondern wir werden das ganze Schiff der Wissenschaft neu entwerfen und mit einem festen, penetranten Kiel versehen müssen.

Der Name Philosophie

Geschrieben am 11.12.09 #

Jedes Wort ist ein freies Kulturgut, das jeder nach Belieben einsetzen kann. Die Redefreiheit macht nicht vor dem Namen Philosophie halt, und das ist auch gut so. Es gibt in dieser Hinsicht keinen Bedarf an einem einheitlichen Philosophiebegriff, den sich jeder bedienen müsste. Eine andere Frage ist aber, was man in der Öffentlichkeit und im Gemeinwesen tut. Wenn es in den Schulen Fächer und in den Universitäten Lehrgänge und Institute unter diesem Namen gibt, wenn in den Medien sich Menschen als Philosophen betiteln lassen, dann ist es durchaus sinnvoll, einen Philosophiebegriff zu fixieren und sich daran zu halten. Denn die aktuelle Lage ist die reinste Katastrophe: Unter diesem Wort fühlt sich jeder berufen, nach eigenem Dünken zu agieren, Schulfächer, Studiengänge, Karrieren in diesem Bereich haben den bloßen Namen und sonst nichts in Inhalt, Methode oder Anspruch gemeinsam. Wenn die Gesellschaft sich dieses Chaos bewusst wird, wird sie alles Interesse daran verlieren und die philosophischen Fächer in Schulen und Universitäten abbauen. Und dies wird auch noch vernünftig sein.

Urbanisierung des Intellekts

Geschrieben am 05.12.09 #

Urbanisierung ist eine Errungenschaft und eine Voraussetzung der Zivilisation. Der Mensch kann ohne gepflasterte Straßen, ohne Kanalisation und ohne Stromnetz auch leben, hat er auch lange Zeit durch gemacht. Nur können so kleinere Gruppen von Menschen zusammen leben. Städte brauchen unbedingt Straßen und Kanalisation, ohne sie können sie nicht wachsen und führen zu unterträglichem Chaos. Die intellektuelle Arbeit befindet sich noch immer in dem spontanen, rohen Zustand. Jeder denkt für sich so gut er kann, es gibt Gewohnheit, Tradition etc. aber keine ingenieursmäßig gebaute Infrastruktur dafür. Der Einzelne bewegt sich im Laufe seines ganzen Lebens in einem sehr begrenzten Bereich, die Nachbarorte sind einem nur vom Hörensagen bekannt, von den entfernteren Weltgegenden hat man nur ausgefallene Vorstellungen. Wenn man es unbedingt will, kann man zwar auch reisen, denn zwei Beine hat man schon, nur muss man lange Zeit laufen, und wenn man weit genug gegangen ist, muss man noch mehr Zeit investieren, um eine von der eigenen völlig getrennt entwickelten Sprache zu erlernen und sich mit komplett andersartigen Umgangsformen vertraut zu machen. Heute kann man sich sicherlich auch mit der „Physik” vertraut machen, man muss nur viel Zeit und Energie dafür investieren und in einer sehr ausgeprägten Gedankenwelt eintauchen. Einige Jahre später kann man sich sicherlich auch mit „Soziologie” befassen, man muss dann wieder Tausenden von Seiten lesen und sich in ein kollektives Gespräch vertiefen. So kann man sich à la Bouvard et Pécuchet in der Welt umsehen. Man wird aber im Laufe eines Menschenlebens nicht sehr weit kommen, und vor allem wird man mit einer Sammlung von verschiedenen Ansätzen enden, die man überhaupt nicht integrieren kann, weil sie sich jeweils völlig abgeschottet entwickelt haben und in den Grundlagen miteinander inkompatibel sind.

Integration

Geschrieben am 03.12.09 #

Das Organon wird, wenn er eingeführt wird, vor allem eins erringen: Integration. Indem alle intellektuelle Arbeit als Arbeit an Texten aufgefasst wird, werden verschiedene Aktivitäten vergleichbar und ihre Ergebnisse integrierbar. Die Mittel zur Textverarbeitung können für sich ausgereift und überall eingesetzt werden. Damit nimmt nicht nur die Wohlordnung in allen Bereichen zu, sondern entsteht auch das Bewusstsein für die Realität dessen, was man hervorbringt, unabhängig von unseren Vorstellungen und Werturteilungen darüber. Das bricht die sonst unentrinnbare Subjektivität und Kulturabhängigkeit aller intellektuellen Arbeit und die damit zwangsläufig verbundene Trennung der Arbeitsbereiche nicht aus sachlichen, sondern aus menschlichen Gründen. Heute kommen wir aus der Vielzahl armseliger Hütten für die wenigen nicht heraus, mit dem Organon werden wir eine prächtige Stadt für alle bauen können. Heute weiß der eine dieses und der andere jenes, keiner kommt aber aus den eigenen Einsichten und Irrtümern heraus. Mit dem Organon werden die phänomenologische Grundlagenforschung, die Entdeckungen der Soziologie, die Erkenntnisse der Geschichtswissenschaft, die philosophische Kritik und Intuition, etc. allen Wissenschaften zugutekommen und sich nicht mehr in fruchtlosem Selbstbezug verzehren. Mit dem Organon wird die kollektive Intelligenz der Menschheit von einer gestaltlosen, sich nur peripherisch vermehrenden Masse zu einem mit Wirbelsäule versehenen, des balancierten Wachstums fähigen Organismus.

Fremde Ideen

Geschrieben am 03.12.09 #

Ich sage immer wieder gern, dass die Philosophiewissenschaft dazu da sein soll, dem Einzelnen in seiner Bemühung, sich fremden Ideen zu nähern, beizustehen. Wenn ich mich umschaue aber, sehe ich keine Zeitgenossen, die daran interessiert sind, sich ihnen fremden Ideen zu nähern. Ich sehe nur die kopflosen und die selbst-beschäftigten, ich sehe, dass jeder entweder sich nicht um Ideen kümmert oder allein um die jeweils eigenen. Das betrifft auch die philosophischen Fakultäten und die öffentlichen Intellektuellen, die von anderen oder selbst als „Philosophen” vermarktet werden. Man sieht überhaupt keinen Bedarf an einer Philosophiewissenschaft, weil man nicht so weit ist, zu erkennen, dass es so etwas wie Ideen überhaupt gibt, ganz zu schweigen davon, dass eine Wissenschaft dafür nützlich sein könnte. Denn die lausige gegenwärtige Beschäftigung mit Ideen ist indirekt und ungewollt, man glaubt, eigentlich etwas anderes zu machen. Die Zeit für die Philosophiewissenschaft ist also noch nicht angebrochen.

Das Buch der Natur

Geschrieben am 02.12.09 #

Wie man sich im Mittelalter gern ausgedrückt hat: das Buch der Natur ist in mathematischer Sprache geschrieben. Doch wieso? Wenn man sich dem mit dem hiesigen Textbegriff nähert, wird dieser Ausdruck durchsichtig. Wenn man ein Buch verfasst, das die Natur beschreibt, so verfasst man einen Text. Wenn man darin die Mittel einsetzt, die die Mathematik hervorgebracht hat, hat man einen größeren Erfolg. Es geht also nicht um verschiedene Fragen: 1. wieso ist die Natur ein Buch (also: wieso können wir Menschen darin lesen), 2. wieso existiert die mathematische Sprache (als Ideal der Vernunft), 3. wieso passen dann auch noch beide zueinander (und zwar unbedingt)? Hier gibt es hingegen die einzige Frage: wieso können wir mit gewissem Erfolg über die Welt sprechen? Das ist keine Eigenschaft der Welt, sondern eine Fähigkeit des Menschen. Es scheint nicht völlig unnütz zu sein, über die Realität zu sprechen, uns Menschen kommt es mindestens so vor, als würden wir uns gewissermaßen verständigen und einige Regelmäßigkeiten feststellen können. Diesen Eindruck gewinnen wir nicht nur unmittelbar, sondern auch indirekt: wenn wir unsere Tätigkeit durch Einsatz von Regeln strukturieren (wenn wir sie unter Texte subsumieren), dann wird die Realität — wie ich zu sagen pflege — wohlgeordnet, das Ergebnis ist besser. Auf der anderen Seite haben wir im Laufe von Jahrtausenden eine Wissenschaft der Mathematik hervorgebracht, die bestimmte Textstrukturen untersucht hat. Durch die Beschäftigung mit dem Text als solchem (ohne ihn an besondere Gegenstände anzuwenden) haben wir grundlegende Textstrukturen entwickelt und sie ausgereift. Die Mathematik studiert also keine „Gedanken” und sie bewohnt keine „ideale Welt”, sie studiert auch nicht die äußeren Gegenstände, sie studiert den Text, also den Stoff, den wir einsetzen, wenn wir die Realität beschreiben. Das klärt die Fragen vollständig auf, wieso die Mathematik etwas über die Welt aussagen kann, wo sie sich nicht aus der Welt ergibt, und wieso sie unbedingte Notwendigkeit ergeben kann, etwas, das sich aus Beobachtung nicht ergibt. Die Mathematik „funktioniert” aus denselben Gründen, warum „Sprache” funktioniert. Da wir über die Welt sachlich sprechen können, deshalb können wir auch eine Mathematik hervorbringen. Der tiefere gemeinsame Grund bleibt weiterhin ungeklärt. Das eine Rätsel besteht: wieso ist die Welt überhaupt verstehbar?

Diese Begründung des Satzes über das Buch der Natur ist aber nicht im oberflächlichen Sinne zu verstehen, als wäre die Natur eine Sache, das Buch darüber etwas anderes von Menschen gemachtes und deshalb auf Text basierendes, als hätten wir auch das Buch nicht schreiben können, aber wenn wir es schreiben, dann mit Text. Der Satz zielt tiefer hinein. Es geht nicht um ein Buch „über” die Natur, sondern um das Buch, das die Natur „ist”. Wenn zum Beispiel die Wissenschaft eine Schrift verfasst, die die Realität beschreibt, so entspricht die Schrift einem bestimmten Text und die beschriebenen Phänomene demselben Text. Die Arbeit, eine Behauptung auf „Wahrheit” zu untersuchen, besteht darin, den aus der Aussage entnommenen Text auf die Realität anzuwenden, und zu prüfen, ob er in ihr auch anzutreffen ist. Die Wahrheit einer Aussage besteht nicht in einer „Übereinstimmung” von zwei ontologisch verschiedenen Entitäten wie Ausdruck und Gegenstand, sondern in der Gleichheit von zwei Texten, den einen zieht man aus dem Ausdruck und den anderen aus dem Gegenstand.

Text als Grundbegriff

Geschrieben am 01.12.09 #

Der Grundbegriff Text zeichnet sich als ein Volltreffer ab. Die Assoziationen, die das Wort Text erweckt, lassen diesen Begriff als eine Vertiefung von vertrauten Phänomenen statt als einer isolierten theoretischen Abstraktion erscheinen. Text ist zum einen die Produktion der mündlichen und schriftlichen Kultur, der Textbegriff erweitert dies aber, um die Produktionen der formalen Sprachen einzubeziehen, also Mathematik, Wissenschaften, Recht, Informatik etc., und zwar nicht durch einen verschwommenen mehrdeutigen Begriff, sondern durch eine feste allgemeine Textformel.

Die Tatsache, dass der Text fixiert ist und am Anfang steht und die Sprache nicht fixiert ist und seine Produktion ist, und nicht anders herum, wie man es bisher betrachtet hat, bringt Klarheit in vielerlei Hinsicht. Sprache ist eine Abstraktion, die zu einigen Zwecken sicherlich nützlich ist, die aber als Grundbegriff nicht taugt. Sprachen gibt es viele, und dies ist gut so, Text gibt es nur den einen.

Außerdem ist Text als Grundbaustein jeglicher Theorie hervorragend, denn es ist selbstständig. Wenn ich als Grundbegriff ein Atom nehme, thematisiere ich zwar eine physikalische Realität, führe aber zeitgleich das Wort „Atom” ein, das mit ihr in keinerlei Verbindung steht. Wenn ich als Grundbegriff die Zahl oder die Menge nehme, geschieht dasselbe. Der Textbegriff aber verweist nicht nur auf eine Wirklichkeit, sondern immer auch auf sich selbst. Das Wort Text ist nicht nur etwas, das die Menschen draußen erkennen könnnen, sondern auch das, wodurch sie auf dieses Äußere verweisen. Der Begriff des Textes bricht also den grundlegenden Zwiespalt, der bisher die Wissenschaft beherrscht hat.

So gut der Textbegriff als tiefe Grundlage ist, so sehr scheut er auch die leere Abstraktion und fokusiert unsere Aufmerksamkeit auf das reale Ergebnis, auf das tatsächlich hervorgebrachte Textkorpus, das für sich untersucht und gepflegt werden soll. So macht er uns in der Wissenschaft auf das Ganze des wissenschaftlichen Korpus aufmerksam, das wichtigste Ergebnis der Wissenschaft, das man bisher aber ungesehen und ungepflegt im Hintergrund vergessen hat.

Die letzte Revolution

Geschrieben am 30.11.09 #

Es ist wohl möglich, dass eine Revolution nötig ist, um das Organon in der Wissenschaft durchzusetzen. Wenn dies gelingt aber, wird dies die allerletzte wissenschaftliche Revolution gewesen sein. Wir meinen hier Revolution in sozialem Sinne als eine gesellschaftliche Umwälzung, die historische Trägheit durch Gewalt bezwingt. Anders als Thomas S. Kuhn betrachten wir hier eine Revolution als gesellschaftliches Phänomen völlig unabhängig von einer wissenschaftlichen Umwälzung, die tief verankerte Strukturen im wissenschaftlichen Korpus von Grund auf erneuert. Denn in der neuen, auf dem Organon basierenden Wissenschaft wird es durchaus Umbau in den Grundlagen geben, sogar häufiger und tiefgreifender als in der bisherigen Wissenschaft, nur wird er keine verkrüstete soziale Trägheit zu bekämpfen haben. Das Organon wird uns lehren, dass unsere Vorstellungen weder sich aus der Wissenschaft ergeben noch sie begründen können. Das wird uns geistig reifer und unabhängiger von ihr und sie stärker und flexibler machen.

Unentbehrliches Organon

Geschrieben am 29.11.09 #

Dass ein Organon in der Wissenschaft nötig ist, müsste doch von jedem Wissenschaftler einzusehen sein. Auch wenn einem selbst die methodologischen Irrtümer der aktuellen Wissenschaft nicht auffallen, auch wenn man noch nie über die Grenzen des eigenen Fachs hinaus geschaut und bisher nie andere wissenschaftliche Kulturen erlebt hat. Es muss doch allein aus rein rationalen Erwägungen wünschenswert erscheinen, die methodologischen Werkzeuge der Wissenschaft unter wissenschaftlicher Aufsicht zu pflegen und weiterzuentwickeln und sie nicht länger dem Zufall zu überlassen. Man hat in allen beruflichen Bereichen schon gesehen, wie die Professionalisierung sich positiv auswirkt, es ist nicht ernsthaft vertretbar, dass gerade die Methodologie eines Fachbereichs nur dilettantisch in Angriff zu nehmen sein soll. Denn genau dies ist immer bisher der Fall gewesen, die Methodologie in der Physik wird nur von Physikern, die in der Mathematik nur von Mathematikern gepflegt und so weiter, jedoch ist die Methodologie selbst kein physikalisches und kein mathematisches Objekt, so sind Physiker und Mathematiker augenfällig darin keine Fachleute. Es muss doch allein aus Vernünftsgründen einzusehen sein, dass der Gewinn gross wäre, wenn eine Fachdisziplin für die wissenschaftliche Methodologie entstünde. Die Spezialisierung würde nicht nur die Methodologie in jeder Einzelwissenschaft verbessern, sondern alle Wissenschaftszweige auf gemeinsamer Basis stellen, was eine grundsätzliche Verbesserung im Ganzen der Wissenschaft hervorbringen würde. Es muss doch jedem extrem kopflos und dumm vorkommen, die Ansicht zu vertreten, dass jede Einzeldisziplin jetzt schon den richtigen Weg eingeschlagen hat und dass der Aufwand, ein Organon aufzubauen, sich nicht lohnte, weil er keine nennenswerte Verbesserung brächte. Ich kann mir vorstellen, dass man bisher nicht darauf gekommen ist, dass ein Organon aufgebaut werden könnte, aber wenn man einmal den Vorschlag gehört hat, dann muss doch jeder, der den wissenschaftlichen Fortschritt wünscht, ihn sofort zustimmen.

Sinn und Meinung

Geschrieben am 29.11.09 #

Der Vorrang, ja die Alleinherrschaft der Meinung in der Beschäfitigung mit Philosophie in den Medien und der Universitätsindustrie ist ein Zeichen dafür, dass man über den toten Körper der Ergebnisse nicht hinaus geht und die lebendige Welt der Ideen, also das, worum es eigentlich geht, vollkommen ignoriert. In der Philosophie geht es nicht um Meinungen, sondern um Ideen. Das ist jetzt kein Versuch, meinen eigenen Ansatz über die anderen zu stellen, sondern die einzige Möglichkeit, mit dem Wort „Philosophie” etwas gesellschaftlich Sinnvolles zu unternehmen. Denn für Ergebnisse gibt es viele soziale Bereiche: für eine Theorie gibt es nach Thematik je eine passende Einzelwissenschaft, Betätigungsbereich oder politische Diskussion. Wenn das Resultat zählt, dann sind Ideen kein Selbstzweck und das Wort Philosophie unnützlich, ja kontraproduktiv. Das Wort Philosophie ist sinnvoll und produktiv, wenn die Ideen ein Selbstzweck sind, wenn sie nicht um ihren Resultaten, sondern um ihrer selbst willen gepflegt werden. Es geht nicht um Meinung, sondern um Sinn. Es geht nicht um einen fixierten Satz, den man herumdrehen und von allen Seiten her beleuchten kann, sondern um eine stets in Bewegung befindliche Vorstellungswelt, die jedem Versuch einer „Fixierung” widerstrebt. Idee ist Bewegung und nur im Tode, also in der Vernichtung ihrer Existenz, stillzulegen, Ausdruck hingegen etwas jeweils grundsätzlich Statisches. Stabilität ist im Ausdruck positiv und ein Zeichen der Kraft, in den Ideen ein Zeichen der Armut und Schwäche.

Organon als Schiff

Geschrieben am 27.11.09 #

Das von Francis Bacon gewählte Sinnbild des Organons gilt auch für das hiesige Organon.

Bacons Organon

Nur würden wir heute vielleicht ein Raumschiff zeichnen, weil inzwischen der Weltraum das unendliche, zu entdeckende Unbekannte darstellt. Das Organon ist aber nach wie vor das Werkzeug, durch das die Menschheit die Säulen des Herkules, das Ende der bekannten Welt, überholt und zu neuen Ufern ausbricht. Das Organon ist nach wie vor der von Menschen konstruierte Apparat, der uns befähigt, die Ohnmacht des Einzelnen zu überwinden und in Zusammenarbeit Unerhörtes zu leisten, die Grenzen, die uns bisher einsperren, hinter uns zu lassen und ungeahnte neue Gebiete zu erschließen. Durch das Organon werden wir auf dem Ozean der Möglichkeiten vieles erleben und gewinnen.

Skalierbares Denken

Geschrieben am 26.11.09 #

Wir sind deshalb mit den gegenwärtigen Problemen überfordert, weil unsere intellektuellen Mitteln nicht mit den Herausforderungen mitgewachsen sind.

Eine Reihe von großen Herausforderungen in allen Bereichen des Zusammenlebens werden durch die Explosion der Weltbevölkerung verursacht. Vor zweihundert Jahren lebten insgesamt einige hunderte Millionen Menschen in kleinen, von einander klar abgegrenzten Gesellschaften. Inzwischen wohnen ein halbes Dutzend Milliarden Menschen in dem globalen Dorf.

Unsere Fähigkeit zu Diskussion und Gruppenbildung kann eine relativ gesunde Demokratie in einem mittelgroßen Staat zustande bringen, scheitert aber kläglich auf weltweite Ebene, wo noch immer Kommunikationsschwierigkeiten den Umgang miteinander bestimmen und das bloße Gesetz des Stärkeren regiert. Wir können einen Menschen „zur Vernunft bringen”, nicht aber die Welt.

Auch die Wissenschaft ist außer Kontrolle geraten. Der Vorrang der Prosa, die in begrenzten Bereichen in mathematische Sprache übergeht, die Diskussion und Verbreitung von Ideen und Theorien mit Artikeln in Zeitschriften, die Herausgabe von Handbüchern in privaten Verlagen, etc., entsprechen dem Stand der Wissenschaft in Europa im frühen neunzehnten Jahrhundert, einer Umgebung mit einer recht überschaubaren Anzahl an wissenschaftlichen Agenten und Erkenntnissen. Diese Infrastruktur ist für die Gegenwart überhaupt nicht angemessen, da die Anzahl der Universitäten, Verlage, Wissenschaftler, Publikationen, etc. ins Unermessliche gestiegen ist.

Nähert sich man irgend einem von den Weltproblemen, so steht man macht- und hilflos vor seiner überragenden Gestalt. So wie man an einer Werft ein in Konstruktion befindliches Kreuzfahrtschiff bewundern, von seiner übermenschlichen Größe und der Härte seines Stahls beeindruckt werden kann, so klein fühlt man sich auch vor jedem Problem der Gegenwart, ganz zu schweigen vom Gefühl, alle Probleme zusammen zu betrachten.

Doch die größten Kreuzfahrtschiffe werden auch nur von Menschen gemacht, die selbst nicht größer sind als die anderen. Eins vor allem ermöglicht solche Konstruktionen: die Abbildung nach Maßstab. Der Ingenieur kann einen Entwurf in einer ihm selbst angemessenen Größe bearbeiten. Er kann das Ganze überblicken und so ein konsistentes Ganzes hervorbringen. Das ist das größte Manko der intellektuellen Arbeit der Gegenwart, ihr Mangel an Skalierbarkeit. Wir können uns in den Details vertiefen, das Ganze aber nicht in menschlich gerechtem Maßstab darstellen. Jeder steht nur als kleiner Mensch vor dem großen Schiff und nie als geschulter Ingenieur vor einem bloßen Blatt Papier, das es maßstabsgetreu darstellt. Das skalierbare Denken tut uns die größte Not.

Inhalt der Wissenschaft

Geschrieben am 25.11.09 #

Der Inhalt der Wissenschaft ist Text. Dies hat man bisher nicht gewusst, weil man über den fundamentalen Textbegriff nicht verfügte, man hat es aber seit eh und je praktiziert.

In der Wissenschaftsgeschichte hat man die Erkenntnisse mit verschiedenen Mitteln fixiert und weitergegeben: menschliche Sprache (Vers und Prosa), Zeichnungen in der Geometrie, ideographische Symbolsprache in der Algebra (später auch in der Logik und der Mathematik überhaupt) und neuerdings Computeralgorithmen. Man hat seit jeher das Wissen gesammelt und sich bemüht, die Aussagen einzeln zu verbessern, in Zusammenhang miteinander zu bringen, und die Summe in einzelnen Handbüchern und Enzyklopädien zusammenzustellen, seit der Bibliothek von Alexandria über die mittelalterlichen Summen und die Enzyklopädien der Moderne bis zum World Wide Web.

Seit der Antike hat man menschliche Sprache grammatikalisch analysiert, man hat jede Sprachproduktion auf syntaktische Struktur und Wortschatz zurückgeführt. Die Syntax hat man in eine Baumstruktur dargestellt, wo jeder Knoten einen „Typ” hat (Satz, Verb, Nomen etc.) und eine Reihe untergeordneter Knoten als Bestandteile. Eine ähnliche Syntaxanalyse lässt sich mit den algebraischen Ausdrücken machen. Eine solche Analyse können wir auch mit den geometrischen Abbildungen machen, seitdem Descartes mit algebraischen Mitteln die Geometrie erschloss. Die Computeralgoritmen werden in Programmiersprachen ausgedrückt und vom sogennanten Compiler syntaktisch analysiert. Man sieht also, Prosa, Algebra und Programme sind keine grundverschiedene Phänomene, sondern unterschiedliche Darstellungen von ein und derselben logischen Struktur, von uns Text genannt.

Ich experimentiere zurzeit mit dieser Formel für den Text: =O { =E :T ~R }. Ein Text besteht aus mehreren Texteinheiten (Knoten), die miteinander verflochten sind. Die Beziehung zwischen den Texteinheiten lässt sich auf eine einzige Regel zurückführen: Jede Texteinheit (E) hat einen Typ (T), gehört zu einer übergeordneten Texteinheit (O) und spielt als deren Kind eine Rolle (R), wobei E, O, T und R alles Texteinheiten im selben Text sind. Diese Formel ist vielleicht nicht das letzte Wort und muss noch verbessert werden, zeigt aber schon, dass wirklich alle Erscheinungen von Text auf eine einzige simple Regel zurückgeführt werden können. Dass also der fundamentale Textbegriff kein abstraktes unerreichbares Ideal ist, sondern eine einsetzbare Realität. Die erste experimentelle Software dazu gibt es schon, siehe meinen „Universaltext Interpreter”.

Der Inhalt der Wissenschaft ist also nicht etwas Prosa plus etwas Algebra plus etwas Software, sondern der darunterliegende Text. Wir können diese Tatsache sicherlich ignorieren und weiterhin diese drei Erscheinungen getrennt voneinander pflegen, doch damit verlieren wir nur Möglichkeiten. Die Wissenschaft wird ihre Stärke vervielfachen und zu neuen Ufern kommen, wenn sie realisiert, dass alles, was sie hervorbringt, ein Text ist, und wenn sie all ihre Ergebnisse in ein einheitliches, allumfassendes, auf einen einzigen fundamentalen Textbegriff basierendes Textkorpus integriert.

Stellungnahme als Grenze

Geschrieben am 24.11.09 #

Ganz schlechte, sehr verbreitete Gewohnheit ist, sich auf „Meinungen” von Wissenschaftlern zu berufen. Man sagt etwa: die meisten Wissenschaftler sind der Ansicht, dass..., oder: ausgezeichnete Wissenschaftler vertreten diese oder jene Meinung. Diese Redensmittel verdeutlichen, dass wir in der Wissenschaft überhaupt nicht, wie wir uns einbilden, über die Autoritäten hinaus gekommen sind. Was kümmert die Wissenschaft die Meinung eines Einzelnen? Es geht weder um Autoritäten noch um „Demokratie”, weder gesellschaftliches Ansehen noch Anzahl der Stimmen sind ein wissenschaftlich taugliches Kriterium.

Das Problem ist aber, dass so unwidersprochen dieses in der Wissenschaft auch steht, sie gar nichts anderes anzubieten hat. Was kann die Wissenschaft heute aufführen, außer „wichtigen” Wissenschaftlern oder Menge an Artikel oder Handbücher? Die Lösung ist, das wissenschaftliche Korpus aufzubauen. Dann werden wir uns nicht nur dem Worte nach auf „den aktuellen Stand der Wissenschaft” berufen können.

Wir bemühen uns heute in der Wissenschaft teilweise darum, eine sachliche Position anzunehmen, wir üben einigermaßen Kritik und schreiten dialektisch gewissermaßen fort, doch bleiben wir stets bei der einzelnen Stellungnahme als Endergebnis. Die Stellungnahme sollte nicht das Ende der Wissenschaft, sondern ihr Anfang sein. Nicht eine unstrukturierte Liste aller Stellungnahmen, ist das Ergebnis der Wissenschaft, sondern ein strukturiertes Korpus als Summe aller Erkenntnisse. Das Korpus als Ganzes ist die Hauptsache, das, was die größte Auswirkung überhaupt hat und worauf dementsprechend die meisten Mittel anzuwenden sind. Das wissenschaftliche Korpus ist das, was den Stand der Wissenschaft zu jedem Zeitpunkt verkörpert. Das Korpus als Einheit ist viel wichtiger als jeder seiner Bestandteile und seine Eigenschaften sind es, was das Wissen einer Zeit prägen, im Guten wie im Schlechten, in seinen Errungenschaften wie in seinen Mängeln.

Philosophie- Wissenschaft

Geschrieben am 22.11.09 #

Der Name Philosophiewissenschaft für die von mir vorgeschlagene wissenschaftliche Disziplin ist selbst ein ausgeklügeltes Kunstwort. Das Lexem Philosophie bezeichnet hier nicht das Objekt der Untersuchung. Die Philosophiewissenschaft soll selbst das Wort Philosophie nicht einsetzen, schon gar nicht ihn als terminus technicus fixieren. Der Name Philosophiewissenschaft ist selbst kein wissenschaftlicher Name, sondern eine kulturelle Bezeichnung, die ich für den europäischen Kulturkreis vorschlage. Der grundlegende wissenschaftliche Begriff ist der Begriff der Idee, genauer der persönlichen Idee, einer Idee, so wie sie sich in einem einzelnen historischen Menschen verkörpert hat. Das ist der Zeit- und Kulturübergreifende Begriff, auf dem man Wissenschaft aufbauen kann. Nun sind wir Europäer aber Teil eines Kulturstroms, der während Jahrhunderten unter dem Namen der Philosophie eine ideenmäßige Beschäftigung betrieben hat und noch in der Gegenwart fortführen kann und hoffentlich wird. Als Menschen, die aus dieser Tradition schöpfen und deren Zwecke in den eigenen wiedererkennen — was sich in der Liebe zum Wort Philosophie selbst ausdrückt —, meinen wir, eine wissenschaftliche Disziplin aufbauen zu können, die mit diesem Titel verziehrt werden kann. Ob man in Indien, China, Nord- oder Südamerika, etc., eine Philosophiewissenschaft betreiben soll, das bleibt ihnen überlassen. Was sie aber aus rein wissenschaft-technisch internen Gründen unbedingt betreiben sollen, ist das wissenschaftliche Studium der persönlichen Ideen, unter welchen Disziplinen, mit welchen Grenzen und unter welchen Namen auch immer.

Überraschung und Wissenschaft

Geschrieben am 20.11.09 #

Die Wissenschaft als Ganzes muss auf Überraschung ausgelegt sein.

Der Mensch braucht gewiss keine Wissenschaft, um zu wissen. Denn jeder weiß von Geburt aus vieles, manche wissen schon immer alles. Man sah einmal das Feuer und wusste sofort, dass ein Geist es belebt. Man sah Blitze und wusste sofort, dass die Götter kämpften. Man sah die Sonne und erkannte auf Anhieb, dass sie sich um eine ruhende Fläche namens Erde dreht. Heute weiß man auch noch vieles. Wissenschaft braucht man zum Wissen nicht.

Die Wissenschaft brauchen wir aber, wenn wir unser Wissen verbessern wollen. Wenn wir von einem Dutzend komplizierten Erklärungen für verschiedene Phänomene zu einer einzigen, klaren Regel kommen wollen, die dies alles und noch viel mehr umfasst. Wenn wir uns nicht mit allgemeinen Plätzen begnügen, sondern kontrastierte Kenntnisse haben wollen. Wenn wir uns von einem überlieferten Vorurteil befreien und zu neuen Ufern kommen wollen. Die Summe wissenschaftlichen Wissens ist keine Endstation, sondern eine Momentaufnahme. So deutlich es ist, wie falsch wir in der Vergangenheit lagen, so klar sollte uns auch sein, dass in Zukunft auch der aktuelle Wissensstand ausgelacht werden wird. Wir liegen völlig falsch in wichtigen Annahmen. Wir wissen es aber natürlich so lang nicht besser.

Die Wissenschaft muss unser Wissen vor uns selbst schützen. Ihre Kritik ist es, was der Trägheit der Überlieferung Widerstand leisten kann. Die Wissenschaft soll kompakt und fest sein. Kleine kritische Sätze können eine Einzelmeinung verbessern. Ein umfassendes, konsistentes wissenschaftliches Korpus kann den Wissensstand der Menschheit gründlich verbessern.

Wissenschaft wird nicht unser Wissen bestätigen und erweitern, sondern vor allem uns überraschen und unser Wissen umkrempeln. Und wenn sie eine Zeit lang — wie im letzten Jahrhundert — in den Grundstrukturen stagniert bleibt, so ist das kein Zeichen dafür, dass wir es im Grunde erfasst haben, sondern bloß ein Zeichen dafür, dass wir in dieser Zeit keine Grundlagenarbeit mehr geleistet haben.

Überraschung und Philosophiewissenschaft

Geschrieben am 19.11.09 #

Die Philosophiewissenschaft muss auf Überraschung ausgelegt sein.

Sie versucht, den Menschen Zugang zu philosophischen Ideen zu verschaffen. Zweck ist es, den einzelnen beizustehen in seinem eigenen, unübertragbaren Versuch, sich fremder Ideen zu nähern. Doch wie kann man sich überhaupt einer fremden Idee nähern? Man verfügt sicherlich über Quellen, man hat Schriften, vielleicht auch Reden und Kenntnisse über Taten des Philosophen. Doch die Quellen müssen interpretiert werden, und man kann grundsätzlich nur das Verstehen, was man sich überhaupt vorstellen kann. Das Neue, das Andere kann auf diesem Wege schlecht übertragen werden. Was ich überhaupt nicht erwarte, das werde ich sicherlich nicht entdecken, indem ich plötzlich einen Satz lese, der das auszudrücken versucht, einfach deshalb, weil mir selbst die Möglichkeit eines solchen Gedankens ungeahnt bleibt.

Es gibt jedoch einen Weg, in dieser Richtung fortzuschreiten, und zwar indem man systematisch vorgeht. Die Analyse der Quellen, die lückenlose Aufzählung und Aufklärung aller darin vorkommenden Referenzen, die historisch-lexikalische Erschließung, das Erkennen von Gestalten und Entwicklungslinien in den Werken, sind alles Arbeiten, die man mit Absicht auf Objektivität verrichten kann. Man kann sich allein und in Diskussion mit anderen darum bemühen, diesen systematischen Umriss zu verbreiten und vertiefen. Das gibt Anlass, die Werke unter verschiedenen Blickpunkten zu beobachten, mit verschiedenen Zwecken, und schafft einen Rahmen, in dem Überraschungen tatsächlich häufig stattfinden. Ein wichtiger Bestandteil des systematischen Ansatzes ist, dass man sich Zeit für das Studium lässt. Ideenentwicklung braucht Zeit. Man kommt nicht von heute auf morgen auf eine Idee, die man sich vorher nicht hätte träumen lassen.

Die Tatsache, dass ein systematisches Vorgehen indirekt die Überraschung begünstigt, stellt die Möglichkeit und die Notwendigkeit einer Philosophiewissenschaft dar.

Grundlagenarbeit

Geschrieben am 19.11.09 #

Die Grundlagenarbeit hat es in unserer Welt schwer.

Im Buch The Art Of Unix Programming fragt sich Eric S. Raymond wieso das experimentelle Betriebsystem Plan 9 sich nicht durchgesetzt hat. Plan 9 wurde in den neunzigen Jahren von den selben Autoren von Unix als dessen Nachfolger entwickelt und stellt eine erhebliche Verbesserung in den Grundlagen dar. Raymond meint, die Verbesserungen, die Plan 9 bringt, waren nicht groß genug, um den Umstieg für viele schmackhaft zu machen. Nun sind wir aber schon im zweiten Jahrzehnt, seitdem es Plan 9 gibt, und wir haben nicht nur eine Industrie, die naturgemäß in dieser Hinsicht konservativ sein muss, sondern inzwischen ist eine mächtige Open Source Bewegung enstanden, von Menschen, die aus Spaß an der Freude Software entwickeln und teilen. Aber auch diese sind nicht experimentierfreudig und laufen blind in herkömmlichen Bahnen.

Hier geht es nur um einen eng begrenzten Bereich, der ziemlich frei von gesellschaftlichem, politischem und ökonomischem Druck ist. Die Hindernisse, auf die die Grundlagenverbesserung in vielen anderen Bereichen stößt, sind unendlich größer.

Da stellt sich die Frage, ob dieser den Fortschritt bremsenden Konservatismus an der Einfallslosigkeit der Meisten oder an verengten gesellschaftlichen Strukturen liegt. Der Fortschritt wird wohl immer in der Peripherie stattfinden, von einer Minderheit stammen und von den wenigsten sofort eingesehen werden. Nur sollten wir daran arbeiten, die gesellschaftlichen Strukturen so zu bauen, dass das Unverständnis der Masse dem Fortschritt nicht im Wege stehe.

Philosophiewissenschaft

Geschrieben am 19.11.09 #

Philosophie ist keine Wissenschaft. Nicht: noch nicht, sondern: grundsätzlich nicht. Philosophie ist die Auseinandersetzung mit Ideen zum Zwecke der Einsicht. Ideen haben nur einzelne Menschen, oder eigentlich: Ideen sind einzelne Menschen. Die Tatsache, dass die Menschen je nach Zeitalter, Kulturkreis, gesellschaftliche Schicht etc. so verschieden sind, hat zur Folge, dass es auch so verschiedene Philosophien gibt.

Den Versuch, eine Philosophie für die Philosophie auszugeben, egal ob sie aus der Vergangenheit stammt oder ein Programm ist, halte ich für einen verwerflichen Imperialismus. Die Leute, die das vertreten, haben nicht nur selbst auf der Suche nach der Wahrheit verzichtet, sondern wollen auch in der Welt diesen Verzicht durchsetzen.

Aus der Philosophie eine Wissenschaft machen zu wollen, ist ein doppelter Irrtum. Damit arbeitet man in der Richtung, die Philosophie zu verärmen und die Wissenschaft zu schwächen. Etwas Verkehrteres kann ich mir nicht vorstellen.

Eine Philosophiewissenschaft aber tut uns not: Eine wissenschaftliche Erschließung der historischen philosophischen Ideen. Eine solche Wissenschaft will nicht „die Wahrheit” erobern, sondern die historischen Ideen bewahren und den Zugang dazu erleichtern. Es ist einerseits kulturell sinnvoll, hochwertige Ideen am Leben zu halten, damit sie uns bereichen und sich weiter auswirken. Es ist andererseits praktisch und wissenschaftlich nützlich, das historische Ideenpool zuhanden zu haben, um dem Lösungsansätze für gegenwärtige Probleme zu entnehmen.

Intellektuelle Arbeit

Geschrieben am 18.11.09 #

Die neue Art der intellektuellen Arbeit entsteht dadurch, dass man sich dessen bewusst wird, dass intellektuelle Arbeit materiell darin besteht, mit Text zu hantieren. Man geht sinngemäß jeweils unterschiedliche Tätigkeiten nach, man „schreibt einen publizistischen Artikel”, oder „diskutiert eine gesellschaftliche Regel”, oder „programmiert einen Computer”, oder „verfasst ein wissenschaftliches Handbuch”, etc., aber materiell tut man dabei immer ein und dasselbe: einen Text erstellen und pflegen.

In der Gegenwart ist die Softwareentwicklung der Bereich, wo die Beschäftigung mit Text am meisten ausgereift ist. Man verfügt über viele verschiedene Formalsprachen — Programmiersprachen und Notationen zur Textauszeichnung — und über Werkzeuge für die Darstellung, Navigation und Bearbeitung von langen, komplexen Texten. Nur ein kleines Umdenken ist nötig, um einzusehen, dass diese ganzen Mitteln sich eigentlich nicht auf „Software” beziehen, sondern auf „Text” überhaupt, und dass man sie in anderen intellektuellen Tätigkeiten anwenden kann.

Aber in vielen anderen Bereichen sind auch Mittel zur Textarbeit entwickelt worden, wie in der Wissenschaft und Juristerei, viele Textsorten und Methoden im Umgang mit Texten sind zu speziellen Zwecken entstanden, die auch andernorts nützlich sein werden.

Die Trennung der materiellen Tätigkeit der Textarbeit von der sinnmäßigen Tätigkeit — jeweils einer anderen intellektuellen Arbeit — ermöglicht außerdem die Entstehung von einer neuen Tätigkeit, die wir die organonische Tätigkeit nennen. Es handelt sich um die Beschäftigung mit dem Text als solchem. Die organonische Arbeit verbessert nicht nur die Werkzeuge zur Textarbeit, was sich auf jede einzelne intellektuelle Beschäftigung auswirkt, sondern baut auch eine generelle Infrastruktur auf, die die Produktion aller intellektuellen Bereiche in ein zusammenhängendes Ganzes integriert. Das ist das Novum des Organons und sein größtes Verdienst. Die Integration bewirkt zum einen Konsistenz, zum anderen aber trennt sie auch den produzierten Text von den produzierenden gesellschaftlichen Agenten, womit das sonst unlösbare Problem der Grenzbereiche — zum Beispiel in der Wissenschaft das Problem der Parzellierung des Wissens — hier grundsätzlich gelöst wird.

Offene Wissenschaftsarchitektur

Geschrieben am 16.11.09 #

Es bedarf einer offenen Wissenschaftsarchitektur. Vor allem soll sie erstmal existieren, denn zurzeit gibt es sie nicht: Die Grundlagen der wissenschaftlichen Tätigkeit und deren Ergebnisse sollen gedacht und aktiv gestaltet werden. Wichtig ist aber auch, dass es sich um eine offene Archiktetur handelt, das heißt sie soll eine Infrastruktur darstellen, die nicht den Inhalt der künftigen Wissenschaft, sondern deren Spielregeln bestimmt. Denn Wissenschaft ist per se ein offenes Unternehmen, deren Zukunft eine zuvor unvorstellbare Überraschung sein wird. Geschlossene Wissenschaftsunternehmen sind sicherlich auch fruchtbar und nötig, doch nur als Teilprojekt, das einen Fokus hat und nur einen Teil des wissenschaftlichen Personals begreift, die Basis der Wissenschaft muss allumspannend und neutral bleiben.

Das Unix-Völkchen

Geschrieben am 06.11.09 #

Merke gerade, dass es in der Softwareentwicklung eine gewisse anthropologische Vielfalt gibt. Es gibt unter anderem das Volk aus der Insel Java, die laute Menschenmenge aus dem großen Markplatz, die in sich gekehrten Ideologen der Objektorientierung und die Nüchternen aus der Unixwelt. Man merkt vielleicht an den Adjektiven, dass ich für letztere Schwärme. Die Unixleute sind ein reges Völkchen, die unter allen am meisten die Vernunft pflegen. Vernunft erkennt man hier am Einsatz von klaren, knappen, ausformulierten Texten, sowohl im Quellcode wie im zwischenmenschlichen Austausch. Sie reden nicht viel, sie denken lieber. Sie produzieren nicht immer komplexere, undurchsichtigere Softwaremengen, wie die anderen es tun, sondern immer schlichtere, durchdachtere Systeme. Sie verfolgen ein logisches Ziel, während die anderen von bloßen Ana-logien geleitet werden. Sie sind der Keim, aus dem durch Verallgemeinerung eine fruchtbare neue Art der intellektuellen Arbeit entstehen könnte.

Neid

Geschrieben am 28.09.09 #

Die, die eine schöne Schriftart entwerfen, die sinnlich tanzen, die mit der E-Gitarre rocken, die mit der Geige berühren, die mit Literatur begeistern, beneide ich aus voller Seele.

Verkannte Philosophie

Geschrieben am 18.08.09 #

Wenn ich von der verkannten Philosophie spreche, so meine ich das nicht so, als gäbe es gewisse Objekte, die historischen philosophischen Ideen, mit bestimmten Zügen, die man in der Gegenwart nicht richtig erkennen würde. Was heute generell verkehrt aufgefasst wird, ist, was es überhaupt heißt, sich mit philosophischen Ideen zu beschäftigen. Man ignoriert, dass jeder von uns in der eigenen Ideenwelt wohnt, man übersieht einfach, dass die Menschen keine fremden Ideen unmittelbar erfassen können. Es ist schlicht unmöglich, sich mit den Ideen Hegels im eigentlichen Sinne zu beschäfigen. Nur Herr Hegel konnte dies tun, so lange er lebte, die anderen bleiben grundsätzlich draußen und können nur bestenfalls versuchen, das, was Herr Hegel erfasste, nachzuvollziehen. Im eigentlichen Sinne kann man sich nur mit Äußerlichkeiten beschäftigen: mit Texten und Handlungen des Autors, mit Zeugenaussagen seiner Zeitgenossen. Diese Beschäftigung mit Äußerlichkeiten ist also notwendig für die Beschäftigung mit Ideen, jedoch nicht ausreichend, da sie äußerlich ist und bleiben muss.

Die heutige Philosophische Fakultät hat diesen Unterschied nicht erfasst und versteht deshalb sich selbst nicht, was sie gesellschaftlich unwirksam macht. Die einen verlieren sich in den Äußerlichkeiten, ohne auf die innere Beschäftigung damit Acht zu geben, was sie ideenmäßig unnützlich macht. Die anderen legen Wert auf die Innerlichkeit, übersehen aber, dass diese allein keine gesellschaftliche Institution strukturieren kann und dass das, was wir miteinander tun können (das einzige, worauf wir eine Philosophische Fakultät basieren können), immer nur äußerlich bleiben muss. Die Philosophische Fakultät wird dann sinnvoll werden, wenn sie sich auf die Äußerlichkeiten konzentriert, aber auf jene, die nützlich für die innere Arbeit des Einzelnen sind. Man muss sich auch darüber im Klaren sein, dass diese Betätigung erst der Anfang, und nicht das Ende der philosophischen Beschäftigung darstellt.

Wissenschaftlicher Fortschritt

Geschrieben am 28.07.09 #

Die niedrige Tiefe der modernen Wissenschaft erkennt man daran, dass diese im letzten Jahrhundert im Ganzen nicht gereift hat. Man hat hie und da zweifellos Erfolge erziehlt, man hat in der Physik, der Biologie, der Mathematik etc. einzelne Schritte vollzogen, doch diese blieben immer auf einem engen Bereich beschränkt. Man redet nur von „großen” Entdeckungen, weil man von einem sehr kleinen Maßstab aus geht.

Was sich vor allem aus der Wissenschaft völlig zurückgezogen hat, ist das Verstehen. Die Entdeckungen sind bloß formal, man hat eine Theorie, eine Formel etc. herausgefunden und diese scheint einiges zu erklären. Aber weder ist man darauf durch Synthese noch als Kritik von den bisherigen Erkenntnissen gekommen. Die letzte Theorie, in der das Verstehen eine wichtige Rolle gespielt hat, war die Relativitätstheorie. Sicher betraf da die Überlegung nur die Physik, aber immerhin die ganze Physik. Das ist heute undenkbar. Auf der anderen Seite gibt es Unmengen an einzelnen Menschen, die selbst glauben, etwas verstanden zu haben. Das hat aber seit etwa der Relativitätstheorie nie wieder zu einem realen wissenschaftlichen Fortschritt geführt, sondern nur zu Überzeugungen — zu Meinungen, Schulen, etc.

Die wissenschaftlichen Agenten sind viel zu viel mit kleinmütigen Einzelheiten beschäftigt, als dass sie sich dessen bewusst werden könnten, dass das wissenschaftliche Korpus hinten und vorne nicht stimmt, dass es aus unzähligen Blasen besteht, die einander ignorieren, wenn sie einander nicht gar widersprechen. Es gibt nicht nur bloße materielle Spezialisierung, sondern auch kulturelle Abschottung der Disziplinen, die zur Folge hat, dass die wissenschaftlichen Agenten nicht nur thematisch sehr fokusiert sind, sondern auch einen sehr engen Ideenhorizont haben. Sie sind ignorant und fantasielos. Und wenn einer darunter etwas gebildeter und fantasievoller ist und dieses auch pflegt, dann driftet er allmählich von der realen Wissenschaft ab.

Die Ursache des Problems ist strukturell, und die Lösung auch. Der analytische Fortschritt der Wissenschaft kommt dadurch zustande, dass die Wissenschaftler sich bezüglich Methoden und Mitteln der Analyse organisiert haben. Der synthetische Fortschritt der Wissenschaft ist deshalb inexistent, weil man sich bezüglich Snythese nicht organisiert hat. Durch ein stoffliches, formales, einheitliches wissenschaftliches Korpus wird auch die wissenschaft im Ganzen ausreifen, und nicht nur sich in der Peripherie vermehren. Man wird auch wieder verstehen können, ohne sich aus der wissenschaftlichen Realität zu entfernen, und die Beschäftigung mit Ideen wird das wissenschaftliche Korpus wieder direkt verbessern können.

Strukturalismus und Text

Geschrieben am 28.07.09 #

Da man bisher den hiesigen Begriff des Textes als Realität ignoriert und man Text und Idee verwechselt, bleibt alle Beschäftigung mit dem Text immer nur eine Beschäftigung mit Gedanken. So entstehen Ansätze wie der Strukturalismus, der im Kern einen Schritt in Richtung Textbewusstsein bedeutet, der aber aufgrund der ideologischen Belastung nur einige Jahre ursprünglich währt und dann zu einer zusätzlichen Schule in den Geisteswissenschaften verkommt. Der Begriff „Struktur” ist ein Vorläufer vom Begriff „Text”, aber: Struktur gibt es nur jeweils im Kopf von jemandem, während der Text etwas Reales ist, das jeder Mensch in seiner Äußerung erkennen kann.

Dummheit ohne Ende

Geschrieben am 26.07.09 #

Wie Dumm kann man eigentlich sein? Gibt es denn Niemanden mehr, der die Augen öffnen und sehen kann? Muss jeder unbedingt emsig an mikroskopische Einzelheiten oder an eigene Fantasien anheften? Ich sollte es lieber sein lassen, ich sollte die Mühe des vernünftigen Ausdrucks vergessen und mich endlich wirklich interessanten Dingen zuwenden. Vorausgesetzt ich bin noch zu retten.

Tausend Blumen

Geschrieben am 22.06.09 #

Ich kenne die Umstände nicht, unter denen Mao den Slogan prägte, aber den Satz für sich allein genommen kann ich vorbehaltslos unterstützen. Lasst tausend Blumen blühen! Welch trauriges Schauspiel die heutige Welt, jeder an seiner Ecke mit einer übergroßen Vorstellung von sich selbst und einer verkleinerten Vorstellung der Nächsten. Jeder, der glaubt, etwas gesehen zu haben, hält sofort die ganzen anderen für Dumm. Und doch haben die anderen auch etwas neues gesehen. Denn wir sind jeweils einzigartige Wesen, jeder hat zwei Augen, zwei Ohren, zwei Hände und zwei Füße, und nach einigen Jahrzehnten auf diesem Planet hat sich bei jedem schon einiges angehäuft, an Gesehenes, Gehörtes, Getanes und Beschrittenes. Jeder kann an seinem unverwechselbaren Pfad besondere Blumen pflücken und sie zurück zum Dorf mitbringen, damit alle diese riechen und bestaunen können. Unsere gemeinsame Plätze sollten ein Jahrmarkt der Entdeckungen und Erlebnisse sein, ein Zusammenkommen, zu dem jeder morgens mit seinem eigenen kleinen Mitbringsel hin geht und aus dem jeder abends mit großen Tüten voller neuen Eindrücke zurückkommt.

Zusammenarbeit

Geschrieben am 14.06.09 #

Das ist des Pudels Kern: die Zusammenarbeit. Was ein Einzelner leisten kann, ist nichtig, wenn nicht mit dem verflochten, was andere leisten. Der größte Gewinn, den wir erzielen können, hängt weniger von der Verbesserung der einzelnen Leistung und viel mehr von der des Zusammenspiels ab. In einer gut organisierten Gesellschaft freuen sich und nutzen alle von einer Spitzenleistung, man kämpft nicht gegen den Neid der Zeitgenossen, sondern allein gegen die sachlichen Schwierigkeiten.

Neuer Webauftritt: Computing Pages

Geschrieben am 10.06.09 #

Ich habe mein drittes Webprojekt gestartet, dieses in englischer Sprache: Computing Pages.

Auf diesen Seiten werde ich mich mit Informatikkritik und mit Textorientierter Software beschäftigen.

Zum Thema Informatikkritik geht es darum, die im Umlauf stehenden Ideen über die aktuelle Softwarelandschaft, die Kritikpunkte und die vorgeschlagenen neuen Ansätze, zu sammeln und darzulegen. Bisher wurden Vannevar Bush, Doug Engelbart und Ted Nelson erwähnt.

Zur Textorientierung präsentiere ich meine Software Universaltext und meinen Standpunkt über die mögliche, auf meinem Textbegriff basierende Weiterentwicklung der Software überhaupt.

Neuer Universaltext v1.1

Geschrieben am 06.06.09 #

Es ist mir eine Freude, die neue Ausgabe 1.1 des Universaltextes anzukündigen, deren Vorabversion heute veröffentlicht wurde. Die Software hat einen merklichen Sprung gemacht durch die Einführung von Selektoren und Prozessoren für die Ausgabe und dem neuen CMS-Modul. Die Skripts zur Auswertung von Text werden dadurch erheblich kürzer und übersichtlicher.

Die Selektoren erlauben es, Textabfragen in einen String einzubetten, die vom Interpreter ausgewertet werden. So lässt sich zum Beispiel eine Liste aller Werke erhalten, indem man etwa dies angibt:

[foreach/ Autor.Werk][v Autor.Name]: [v Titel] ([v Druckjahr])[/foreach]

Die Ausgabe von Strings wurde umgeschrieben und erweiterbar gemacht. Jetzt können die Skripts eigene Tags definieren, zum Beispiel [korpus], um ein Zitat aus einem Textkorpus auszugeben, oder die vordefinierte Tags ausschalten und mit eigener Semantik versehen.

Außerdem wurde zum ersten Mal ein Handbuch veröffentlicht, das die Software vollständig beschreibt.

Jahresangaben von Werken

Geschrieben am 11.05.09 #

Neulich habe ich auf den Zitaten, die die Vorstellung von www.philosophisches-lesen.de begleiten, jeweils neben dem Namen des Autors das Jahr des Zitats hinzugefügt. Ich finde, es handelt sich um eine Angabe, die kurz und bündig, extrem aussagekräftig ist und dem Leser rasch eine gute Orientierung verschafft.

Nur hat sich das Beschaffen der Jahresangaben als gar nicht leicht entpuppt. Wenn man vor einer Ausgabe steht, wie kommt man zum Jahr der Entstehung? Typisch für unseren aktuellen Wissensstand ist, dass eine solche Frage keine einfache allgemeingültige Antwort hat. Man muss von Fall zu Fall etwas anderes machen, um das Jahr zu ermitteln. Selten wird dies an leicht zugänglicher Stelle in der Ausgabe selbst verzeichnet. Manchmal befindet sich das unter den editorischen Angaben, entweder als Fußnote oder im Nachtrag am Ende des Bandes. Diese sind aber gar nicht einheitlich strukturiert, sondern es handelt sich um lineare Prosa persönlichen Anstriches und je nach Herausgeber mehr oder minder informativ oder ausschweifend. In einigen Fällen habe ich Nachschlagewerke bemühen müssen, um auf eine annährende Angabe zu kommen. Ich übertreibe nicht: um mir ganz wenige Jahresangaben, die noch fehlten, zu besorgen, habe ich halbe bis eine Stunde verbracht.

Das zeigt unseren katastrophalen Wissensstand. Wir beschäftigen seit Generationen eine Legion sogenannter „Fachleute”, die sich um die Geisteswissenschaften kümmern. Und sie produzieren jede Menge Prosa. Aber wenn es darum geht, Informationen zu erhalten, an Ergebnisse zu kommen, dann steht einer hilflos da, als wäre er der erste Mensch, der dies braucht.

Die Jahresangabe müsste in jeder wissenschaftlichen Textausgabe grundsätzlich unter der Überschrift stehen, am Besten zusammen mit der Beschreibung des Anlasses, der den Autor dazu bewegt hat, den jeweiligen Text zu schreiben und ggf. mit Schilderung der Umstände der Erstveröffentlichung. So wie in jedem Boulevardblatt neben einem Personennamen immer auch in Klammern das jeweilige Alter gesetzt wird — womit der Leser sich der Angesprochene viel näher vorstellen kann —, so müsste man sich in den Geisteswissenschaften daran gewöhnen, neben jedem Zitat das Entstehungsjahr anzugeben und falls erheblich auch den Entstehungsort. Eine solche Auskunft, wenn sie immer vorhanden und zuverlässig wäre, würde einen viel größeren Gewinn für die Gesellschaft, was Verständnis der Werke betrifft, bewirken, als die heutigen tausenden Seiten Prosa, die keinem nutzen.

Motten ins Licht

Geschrieben am 07.04.09 #

Jeder einzelne Mensch ist eine Idee, und eine Idee ist ein Wunsch, der sich selbst verwirklichen, Realität werden will. Die Idee ist Intuition, sie ahnt Licht und will dahin, sie ist taub und hört nicht auf Gründe, sie konzentriert sich in sich selbst und in ihrer Aufgabe. Ob die Idee eine ästhetische ist, und mann vom „Künstler” spricht, oder aber eine gewalttätige ist, und man vom „Kriminellen” spricht, oder ob es sich um einen Politiker, Musiker, Matematiker, Religionsstifter oder Familienmensch handelt, das ist da nebensächlich. Dahinter steht immer eine Seele, eine Idee, die sich in eine bestimmte Richtung begibt und darin nicht anzuhalten ist. Im Leben will man einfach etwas bestimmtes tun. Man weiß nicht warum, alle eventuell angegebenen Gründe sind bloße ausreden, man kann häufig auch nicht sagen wohin man will, man tut es aber einfach. Und wenn sich da einem Sachen oder Menschen in die Quere stellen, dann umgeht oder überwältigt man sie. Wahrheit, Schönheit, Kunst, Gott, Frieden, Liebe sind einige der Namen, die man dem eigenen letzten Ziel gegeben hat.

Text in der Arbeitswelt

Geschrieben am 07.04.09 #

Der Text spielt eine Schlüsselrolle in unserer Arbeitswelt. Arbeiten sieht in vielen Bereichen so aus: man erhält mündlich oder schriftlich eine Aufgabe, man kommuniziert mündlich oder schriftlich mit verschiedenen anderen Personen, denen man Teilaufgaben delegiert, von denen man etwas bekommt, man integriert die verschiedenen Teilergebnisse und tut eventuell einen eigenen Teil dazu, dann liefert man selbst etwas zurück. Ein großer Teil der Arbeitszeit besteht gegenwärtig in kommunikativem Austausch zwischen den Beteiligten. Meistens machen wir selbst nicht etwas, sondern veranlassen, dass es jemanden tut, oder brauchen wir zusätzliche Informationen, um es selbst zu tun. Dazu kommt, dass unsere Arbeitsaufgaben meist zum großen Teil bis rein sprachlicher Natur sind: der Lehrer, der Psychologe, der Jurist, der Büroangestellte, der Manager, sogar der Artz und der Polizist, hauptsächlich sprechen. Die Vertextung durchzieht all unserer Tätigkeit und die darin eingesetzten Textformen sind immer dieselben, egal ob man es „Algorithmus” nennt, weil es in einem Computerprogramm steht, oder „Organisation” nennt, weil es eine Gruppe von Menschen betrifft.

Plagiate bei Hausarbeiten

Geschrieben am 03.04.09 #

Kleiner Tipp für die Universitäten, die unter den plagiierten Hausarbeiten ersticken. Um zu erkennen, ob eine Hausarbeit original vom Student, der sie vorlegt, geschrieben wurde, kann man so vorgehen: Nicht nur  die fertige Arbeit zu verlangen, sondern auch eine Reihe von Schnappschüssen, die ihre Entstehung dokumentieren. Am Besten richtet jede Universität ein Repositorium ein, an dem die Studenten die in Arbeit befindlichen Aufgaben regelmäßig einzuchecken haben. Das normalisiert die Formate und garantiert den Zeitpunkt des Eintreffens. Bei der Beurteilung der Hausarbeit sagt ein Blick in die Entstehungsgeschichte viel aus, die Originalität kann rasch und efektiv festgestellt werden.

Vertextung

Geschrieben am 02.04.09 #

Die Vertextung besteht darin, einen Gegenstand oder ein Aspekt durch einen Text darzustellen. Der Text entsteht durch die symbolische Reduktion: man führt das Objekt auf bestimmte Symbole und bestimme Beziehungen zwischen ihnen zurück.

Mündlicher Ausdruck ist Vertexten. Die symbolische Auffassung der Wirklichkeit ermöglicht eine besondere Art der Kommunikation zwischen den Menschen und den Aufbau der gemeinsamen Realität.

Schriftlicher Ausdruck ist ein noch mächtigeres Vertexten: Der verschriftliche Text kann größer sein, kann fixiert und überliefert werden. Das Gedächtnis begrenzt die Schrift nicht mehr, diese kann immer wieder hie und da ergänzt und verbessert werden, und zwar von mehereren Personen, kann aufgehoben und später wieder aufgeschlagen werden. Die Wohlordnung durch Schriftlichkeit ist insofern größer.

Formaler Ausdruck bringt die Wohlordnung zu neuen Ufern, indem er die Grenzen des Individuums und seiner Subjektivität sprengt. Die Prosa muss „am Stück” gelesen und gedeutet werden. Das ist nicht nur Zeitaufwändig und hat Grenzen der Machbarkeit, sondern ideologisch behaftet. Der formale Ausdruck ermöglicht den Einsatz des Textes ohne zeitgleich bestimmte Auslegungen einzusetzen. Die Beweglichkeit im Vertexten ist viel größer. Die moderne Naturwissenschaft ist eine Errungenschaft des formalen Ausdrucks.

Computermäßige Vertextung ist die bislang letzt erreichte Stufe der Vertextung. Die maschinelle Konstruktion, Aufbewahrung, Umwandlung und Übermittlung von Text führt die Möglichkeiten von mündlichem, schriftlichem und formalem Ausdruck zu neuen Ufern. Die Texte können noch größer werden, können noch von mehr Menschen bei Bedarf geteilt werden und unter noch mehr verschiedenen Konfigurationen abgefragt werden.

Die Vertextung beschränkt sich nicht auf den „Ausdruck”, sondern prägt die Handhabung. Dieses macht die sogenannte „Digitalisierung” aus. Ein analoges Foto kann ich nur aufnehmen und später ansehen; mit einem digitalen kann ich es auch auf vielfältiger, ja unbegrenzter Weise bearbeiten.

Die nächste Stufe der Vertextung, die zu erreichen gilt, ist die organonische Vertextung. Diese besteht darin, das Prinzip der Vertextung überall eindringen zu lassen: in Wissenschaft, in Computertechnik, in allen Bereichen der Organisation.

Ted Nelsons Traum

Geschrieben am 24.03.09 #

Der Traum Ted Nelsons von einem Xanadu, einem Ort des literarsichen Gedächtnisses, wo nichts, was einmal geschrieben wurde, verloren geht, wo alles mit allem verknüpft ist und alles allen auf Anhieb zur Verfügung steht, ist ein wunderbarer Traum, den ich vollkommen teile. Nur haben wir, Nelson und ich, da ein großes Problem. Die heutigen Menschen wollen so was gar nicht. Wenn sie das wollten, so würden sie schon das existierende Web in diesem Sinne einsetzen. Aber man sucht heute vergebens im Web den kreativen, intelligenten, gebildeten Austausch trotz der bereits vorhandenen enormen Möglichkeiten. Es gibt nur Massenproduktion und spontanes banales. Die wenigen geistig relevanten Auftritte bleiben unvernetzt und isoliert. Unser Traum ist eigentlich geplatzt, nicht technisch, sondern kulturell.

Vielleicht aber nur aufgeschoben. Vielleicht ensteht doch noch einmal eine Nische des Geistes im globalen Dorf.

Software-Fantasien

Geschrieben am 07.03.09 #

Jetzt wo wir bei den Software-Fantasien sind. Genauer besehen ist alles in der Software eine Fantasie. Denn alles ist so, wie es wir selbst bestimmt haben. Nur natürlich nicht jeder von uns persönlich, aber immer jemand zu einer bestimmten Zeit. Dass wir einige Fantasien inzwischen für Realität halten, das ist unsere Fehleinschätzung und unsere Einfallslosigkeit. Wir neigen heute beispielsweise zu denken, dass „Dateien” nötig sind, und dass diese in einer Hierarchie von „Verzeichnissen”  abgelegt sein müssen. Wir können uns etwas anderes überhaupt nicht vorstellen. Gerade diese Fantasielosigkeit ist das, was Ted Nelson auf die Nerven geht, der den Eindruck haben muss, unter Blinden zu leben, denn keiner sieht die vielen anderen Möglichkeiten, die für ihn augenfällig sind. In der Software ist alles selbstgemacht, und alles kann von Grund auf geändert und erneuert werden. Die heutige Softwarelandschaft ist eine armselige Monokultur, nicht nur wegen des kommerziellen Vorrangs eines einzigen Anbieters, sondern vielmehr weil alle anderen auch in denselben veralteten und eingeschränkten Strukturen befangen sind.

Objektorientierung

Geschrieben am 06.03.09 #

Die Objektorientierung ist trotz aller Vorzüge eine unzufriedenstellende Entwicklung. Die objektorientierte Programmierung ist und bleibt eine stark ideologische Sache. Da geht es um Konstrukte, die bloße Fantasien sind, denen wir zwar alle gemeinsam nachgehen, die die Realität aber völlig verpassen. So sind Vererbung und Polymorphismus sehr gute und mächtige Mittel, doch kommen nicht zur vollen Entfaltung, weil sie an jene Entitäten angekettet bleiben, die man mit schlechtem Sprachgefühl als „Objekte” getauft hat. Wer sich die Softwarewelt als „Reich der Objekte” vorstellt, der wohnt geschlossenen Augen in den eigenen Vorstellungen gesperrt. Ein C-Programmierer ist ein Handwerker, der die Implementierung realitätsnah gestaltet. Ein C++-Programmierer hingegen, der nur an „Klassen” denkt, der bewohnt eine Zwischenwelt, die weder der Logik der Anwendung, noch der computermäßigen Umsetzung entspricht. Die Objektorientierung ist keine neutrale Sprache, die sich an die Gegebenheiten anpasst, sondern eine verfärbte Brille, die engstirnig alles auf Einfalt reduziert.

Fixierung von Text und Ideen

Geschrieben am 08.01.09 #

Die Ungleichartigkeit von Text und Idee müssen wir begreifen und verinnerlichen. Wir hantieren ständig mit ihnen und sollten das Handeln nach der jeweiligen Beschaffenheit ausrichten. Den Text zu fixieren heißt, ihn zu verstofflichen. Nur ein gleich bleibender Text wirkt sich auf die Wirklichkeit wohlordnend aus. Die Ideen zu fixieren wirkt sich hingegen in keiner Beziehung positiv, sondern nur verärmend aus. Die Fixierung entspricht der Natur des Textes und widerspricht der Natur der Ideen.

Edition Philosophisches Lesen

Geschrieben am 04.01.09 #

I am excited to announce: Die Edition Philosophisches Lesen erblickt mit dem Lexikon zu Heideggers Sein und Zeit das Licht der Welt. In dieser Edition werden Materialien für die Auseinandersetzung mit philosophischen Werken veröffentlicht.

Interessiert an die sachliche Erschließung von Philosophie zum Zwecke der konkreten getreuen Interpretation? Mitwirkende für künftige Bände der Edition gern willkommen!

Startseite | Kontakt


Blog

Einträge

Letzte Änderung am 09.01.17

Copyright © 2001-2017 Francesc Hervada-Sala. Alle Rechte vorbehalten.

oben | Startseite | Kontakt